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Allgemeines

Dinge, von denen wir denken, dass sie wertvoll sind, können nur ein paar Euro wert sein, und andere, die wie eine einfache Kette aussehen, sind Tausende wert. Wenn Sie jemals ein Schmuckstück gefunden haben oder ein unglaublich schönes Schmuckstück auf einem Flohmarkt erstanden konnten, kennen Sie wahrscheinlich dieses Gefühl der Aufregung, wenn Sie sich fragen, ob Ihr funkelndes Schmuckstück etwas wert ist oder nicht.

Der folgende Teil soll Ihnen einen kleinen Leitfaden bei der Schmuckbewertung geben, damit Sie bereits grob den Wert Ihres Schmuckstücks einschätzen können.

Wie ermittle ich den Wert eines Schmuckstückes?

Material:

Das Material, aus dem Ihr Schmuck gefertigt ist, ist immer die Basis für die Wertermittlung. Gold- und Silberschmiede verwenden meist Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin. Da ein Schmuckstück als Gebrauchsgegenstand oft an Ecken oder Kanten angeschlagen wird, kommen diverse Metalllegierungen zum Einsatz, um die relativ weichen Edelmetalle etwas härter zu machen oder Ihnen eine andere Farbe zu geben.

Goldschmuck:

Reines Gold ist sehr weich und besitzt immer die charakteristische goldene Farbe. Weißgold oder Rosé-Gold sind Legierungen, bei denen Weiß- oder Buntmetalle wie Silber, Platin, Palladium oder Kupfer beigemengt werden, um dem Schmuckstück andere Farbnuancen zu geben.

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Punzen

Grundsätzlich wird Schmuck vom Goldschmied an unauffälligen Stellen punziert, um den Goldanteil der Legierung kenntlich zu machen. Diese sind meistens:

916 / 22 Karat

Diese Legierung kommt oft in Schmuck aus dem Mittleren Osten zur Verwendung und steht für einen Goldanteil von 91.6% des Gesamtgewichts.

750 / 18 Karat

Hochwertiger Schmuck wird häufig zu ¾ also 75% aus Gold gefertigt. Dabei werden oft andere Weiß- oder Buntmetalle beigemengt, um Rot- oder Weißgold herzustellen.

585 / 14 Karat

In Deutschland und Österreich werden Schmuckstücke oft mit einem 58.5-prozentigen Goldgehalt gefertigt. Damit werden auch die Kosten der Schmuckherstellung deutlich reduziert.

375 / 416 / 10 Karat

Ebenfalls um die Herstellungskosten zu reduzieren, werden zum Teil Schmuckstücke mit einem 37.5- oder 41.6-prozentigem Goldanteil gefertigt. Gerade bei Tele-Shopping-Schmuck kommt diese Legierung oft zum Einsatz.

333 / 8 Karat

Lediglich ein Drittel (33%) der Legierung besteht aus Gold. Diese in 333er Gold gefertigten Schmuckstücke werden heutzutage nur als “Goldhaltige Legierung” deklariert.

Platin:

950: Aufgrund der relativ schwierigen Verarbeitung von Platin wird meist nur sehr hochwertiger Schmuck in Platin gefertigt. Die Legierung besteht dabei zu 95% aus dem Edelmetall. Der Preis von Platin ist jedoch stark durch die Industrie geprägt. So findet das Edelmetall vor allem in Katalysatoren Anwendung. Da in den letzten Jahren jedoch vermehrt auf Palladium zurückgegriffen wird, liegt der Weltmarktpreis für Platin mittlerweile unter dem von Gold.

Dentallegierungen / „Zahngold“:

In der Zahnheilkunde werden Edelmetalle wie Gold, Platin und Palladium häufig für Kronen eingesetzt.

Silber:

Silbergegenstände wie Schmuck, Silberbesteck oder sogenannte Korpusware wie silberne Leuchter, Kannen etc. werden nicht aus reinem Feinsilber gefertigt. Üblich sind 925er („Sterling-Silber“), 835er oder 800er Legierungen. Dabei bestehen die Gegenstände lediglich aus 92.5, 83.5 oder 80 Prozent Silber aus dem Edelmetall.

Wenn die Stücke mit 60, 90 oder 100 punziert sind, werden sie lediglich nur als versilberte Gegenstände bezeichnet. E.N.P.S steht für Electro-Plated Nickel Silver und ist ebenfalls ein Anzeichen dafür, dass der Gegenstand lediglich versilbert wurde. Das gleiche gilt für die Punzierung „Alpaca“.

Grundsätzlich können wir auch unpunzierte Gegenstände mittels diverser Säuren auf die Legierungen testen. Dieser Test erfolgt meist zerstörungsfrei!

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Weitere Merkmale

Besatz:

Der Besatz von Schmuckstücken erfolgt meist mit Edelsteinen oder Imitationssteinen wie Glas oder synthetisch hergestellten Schmucksteinen.

Die Prüfung und Bewertung dieser Steine erfolgt durch speziell ausgebildete Gemmologen, die erkennen können, um welche Besatzsteine es sich handelt und ob diese natürlich, synthetisch oder behandelt sind.

Es kann sein, dass die Besatzsteine wertmäßig den größten Teil darstellen. Dennoch werden auch oft synthetische Steine oder wertmäßig gering einzustufende Edelsteine wie diverse Quarze zu Schmuck verarbeitet. In diesem Fall ist meist der reine „Altgold“- oder Schmelzwert des Schmuckstücks anzusetzen.

Verarbeitung:

Gerade bei Antikschmuck ist die Verarbeitung des Schmuckstücks ziehen besonders zu beachten. Beispielsweise ist bei schön gefertigtem Art-Déco Schmuck sicherlich nicht nur das Material und der Besatz für den Wert entscheidend, sondern auch die Arbeit, die ein Goldschmied in die Fertigung investiert hat. Die Bewertung dieser Schmuckstücke erfolgt dabei immer individuell und richtet sich nach der Wiederverkäuflichkeit.

Marke:

Wie bei der Verarbeitung kann die Wertermittlung von signiertem Schmuck, beispielsweise von Tiffany, Cartier oder Van Cleef, etc., auch nicht zum reinen Material erfolgen. Hier richten sich die Preise ebenfalls nach dem Wiederverkaufspreis, der beispielsweise über die Betrachtung erzielter Auktionsergebnisse ermittelt werden kann. Das Team der Münzgalerie München besitzt langjährige Erfahrung in der Recherche zu signierten Goldschmuckstücken und kann Ihnen auch beratend zur Seite stehen, hochwertige Schmuckstücke auf dem internationalen Auktionsmarkt zu platzieren.

Wir hoffen, dass dieser kleine Leitfaden Ihnen nun etwas weiterhelfen konnte, auf welche Punkte bei der Schätzung und dem Ankauf von Schmuck und Edelmetallen geachtet wird.