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Die Suche im Internet oder in der gängigen numismatischen Literatur ist meist sehr zeitaufwändig und geht häufig mit der fehlerhaften Einschätzung der Erhaltung einer Münze oder einer Medaille einher.

Handelt es sich um eine Münze oder eine Medaille?

Zunächst ist es wichtig, den Unterschied zwischen Münzen und Medaillen hervorzuheben. Obwohl für den Laien beide eine gewisse Ähnlichkeit darstellen, finden sich gerade bei moderneren Prägungen oder Güssen große Unterschiede in der Verkäuflichkeit auf dem Zweitmarkt.

Eine Münze wurde immer von einem Staat geprägt und ausgegeben und besitzt ein Nominal wie z.B. Deutsche Mark, Euro oder Dollar. Die Zentralbank des jeweiligen Staates garantiert dabei grundsätzlich, diese Münze jederzeit wieder zu dem Ausgabenominal zurückzunehmen oder entsprechend umzutauschen. Jedoch haben viele Zentralbanken in Europa und dem Rest der Welt mittlerweile Ihre alten Währungen entwertet.

Eine Medaille dagegen enthält kein Nominal und stellt oft eine Privatprägung mit geringerer Auflage dar. Diese werden oft für bestimmte Anlässe von Künstlern gestaltet und ausgegeben. Hier gilt es zu unterscheiden, von welchem speziellen Medailleur die Prägung ist, ob sie signiert ist und ob es einen größeren Sammlerkreis für die Medaillen gibt. In der Praxis ist der potentielle Sammler-Markt für Münzen (gerade moderner Prägungen) deutlich größer als für Medaillen.

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Material:

Das Material des Schrötlings stellt selbstverständlich immer den Grundwert der Münze oder der Medaille dar. Die Stücke können in Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin oder Palladium gefertigt sein, aber auch aus unedlen Metallen wie Kupfer-Nickel (=Neusilber), Bronze oder diversen Metall-Legierungen bestehen.

Die Preise für Edelmetalle werden täglich im internationalen Handel festgelegt und unterliegen daher gewissen Schwankungen. So kann es sein, dass eine Münze oder Medaille in einigen Jahren Ihren Materialwert verdoppelt oder auch halbiert.

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Numismatischer Wert (Sammler-Wert):

Um den numismatischen Wert einer Münze oder einer Medaille zu ermitteln, ist es zunächst wichtig, auf die Prägung zu achten. Grundsätzlich gilt: je geringer die Auflage, desto höher der potentielle Sammler-Wert. Das Alter einer Münze spielt dagegen oft eine untergeordnete Rolle. Selbst antike Prägungen sind teilweise schon für niedrige zweistellige Beträge zu erwerben.

Viel wichtiger ist es vielmehr, auf die Erhaltung einer Münze zu achten. Selbst wenn die Auflagen mancher Prägungen sehr hoch waren, sind gute Erhaltungsgrade wegen einer langen Umlaufzeit nur noch sehr selten zu finden. Dieser Umstand führt dazu, dass auch sehr häufige Münzen in extrem guten Erhaltungsgraden zu hohen Summen gehandelt werden.